Der hellste Stern am Himmel

In den Geschichten rund um Sailor Moon ist Sailor Venus die Schutzpatronin und Prinzessin der Venus. Der Planet ist auch ihre ursprüngliche Heimat, dort befindet sich der Magellan-Palast.

Die Venus ist normalerweise mit bloßem Auge gut sichtbar. Manchmal wird sie als “Morgenstern” oder “Abendstern” bezeichnet. “Venus” ist der Name der römischen Göttin der Liebe und Schönheit. Der Planet wurde nach ihr benannt. Mit wenigen Ausnahmen erhielten die Oberflächenmerkmale der Venus ebenfalls weibliche Namen, was sich vermutlich darauf zurückführen lässt, dass die Venus der hellste im Altertum bekannte Planet war (Venus ist bereits seit vorgeschichtlicher Zeit bekannt). Noch heute ist sie – mit Ausnahme von Sonne und Mond – mit Abstand das hellste Gestirn am Himmel.

Die Venus ist von der Sonne aus betrachtet der zweite Planet und außerdem mit einem Durchmesser von mehr als 12000 km und einer Masse von 4,869 ⋅ 1024 kg der sechstgrößte Planet im Sonnensystem. Sie hat eine Umlaufbahn von 108200000 km, die mit einer Exzentrizität von weniger als 1% die kreisförmigste aller Planeten ist.

Da Venus ein niederer Planet ist, zeigt sie Phasen, wenn sie von der Erde aus beobachtet wird. (Niedere Planeten: Merkur und Venus. Sie sind der Sonne näher als die Erde und zeigen Phasen wie der Mond.)

Beobachtungen Galileo Galileis zu diesem Phänomen waren ein wichtiger Beweis für die heliozentrische Theorie über das Sonnensystem von Kopernikus (mit der Sonne als Mittelpunkt des Sonnensystems).

Die erste Sonde, die Venus besuchte, war 1962 “Mariner 2″. Sie wurde alles in allem von über 20 Sonden besucht, darunter auch “Pioneer Venus”, die sowjetische “Venera 7″ (das erste Raumfahrzeug, das auf einem anderen Planeten landen sollte), sowie “Venera 9″, die als erste Fotos von der Oberfläche lieferte. Der umkreisenden US-Sonde Magellan verdanken wir detaillierte Karten der Venus-Oberfläche nach Radarabtastungen. Die Venus-Express-Mission der ESA ist mit einem weiten Spektrum an Instrumenten in diesem Augenblick im Umlauf um den Planeten. Satelliten besitzt die Venus nicht.

Die Rotation der Venus ist sehr langsam: ein Venustag dauert mit 243 Erdentagen tatsächlich geringfügig länger als ein Venusjahr, das 224 Erdentage dauert. Sie rotiert gegenläufig. Außerdem stimmen die Umlaufzeit und die Rotationszeit der Venus derart überein, dass immer dieselbe Seite zur Erde zeigt, wenn die beiden sich am nächsten sind. Es ist nicht bekannt, ob es sich bei diesem Phänomen um einen Zufall handelt oder nicht.

Venus besitzt außerdem kein Magnetfeld, was eventuell auf die eben beschriebene langsamen Rotation zurückzuführen ist.

Schwester der Erde

Venus wird auch als “Schwester” der Erde bezeichnet, da sie sich in vielen Hinsichten ähnlich sind:

  • Die Größe: Beide Planeten sind ungefähr gleich groß, denn die Venus ist mit 95% des Erddurchmessers und 80% der Erdmasse nur geringfügig kleiner als die Erde.
  • Krater: Die Oberflächen beider Planeten weisen wenige Krater auf, was auch ein Hinweis auf relativ junge Oberflächen ist.
  • Chemische Eigenschaften: Erde und Venus weisen ähnliche Dichten und chemische Zusammensetzungen auf.

Aufgrund dieser Gemeinsamkeiten dachte man, dass die Venus unter den dichten Wolken sehr erdähnlich sei und sogar Leben beherberge. Genauere Studien zeigten aber, dass sie sich in manchen Punkten doch radikal von der Erde unterscheidet, denn man könnte sie durchaus als lebensfeindlichsten Ort im Sonnensystem bezeichnen. Der Druck der Atmosphäre ist sehr hoch (vergleichbar mit dem Druck, der einen Kilometer unter den Ozeanen der Erde herrscht) und zudem bildet Kohlendioxid deren Hauptbestandteil. Kilometer dicke Wolkenschichten aus Schwefelsäuredampf verdecken vollständig den Blick auf die Venus-Oberfläche. Durch diese dichte Atmosphäre entsteht ein unkontrollierter Treibhauseffekt, der zur Folge hat, dass die Oberflächentemperatur der Venus mit mehr als 330 °C heiß genug wird, um Blei zu schmelzen. Obwohl sie doppelt so weit von der Sonne entfernt ist, ist die Oberflächentemperatur der Venus tatsächlich höher als die des Merkur. Möglicherweise besaß die Venus vor langer Zeit wie die Erde große Mengen an Wasser, aber es verdunstete vollständig. Trotzdem ist die Venus nicht vollkommen trocken.

Die Erde hätte dasselbe Schicksal erlitten, wenn sie nur etwas näher an der Sonne wäre. Wir könnten eine Menge über die Erde lernen, wenn wir erkennen, warum sich die ursprüngliche Ähnlichkeit der Venus derart gravierend verändert hat.

Die Oberfläche

Es wehen starke Winde mit einer Geschwindigkeit von 350 km/h an der Oberseite der Wolkenschichten. Die Winde an der Oberfläche sind dagegen nicht mehr als wenige Stundenkilometer schnell.

Die Venusoberfläche besteht zum größten Teil aus sanft geschwungenen Ebenen mit geringen Erhebungen.

Es gibt zwei große Gebirgszüge:

  • Ishtar Terra auf der nördlichen Halbkugel, ungefähr so groß wie Australien. Das Innere des Ishtar-Gebirges besteht hauptsächlich aus einer Hochebene, Lakshmi Planum genannt, umgeben von den höchsten Bergen auf der Venus, inklusive der enormen Maxwell Montes.
  • Aphrodite Terra entlang des Venus-Äquators, mit einer Größe vergleichbar mit Südamerika.

Radar-Daten zeigten, dass Lavaflüsse einen großen Teil der Oberfläche bedecken. Es gibt außerdem mehrere große Schildvulkane, wie den Sif Mons. Die neuesten Entdeckungen deuten darauf hin, dass Venus an wenigen heißen Stellen noch vulkanische Aktivität aufweist.

Kleinere Krater gibt es auf der Venus nicht, da kleine Meteoriden in der dichten Atmosphäre zu verglühen scheinen, lange bevor sie die Oberfläche erreichen können. Da die Krater auf der Venus in Bündeln aufzutreten scheinen, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass größere Meteoriden in der Atmosphäre zerbrechen, bevor sie aufschlagen.

Die ältesten Gebiete auf der Venus scheinen ungefähr 800 Millionen Jahre alt zu sein. Zu jener Zeit vernichtete umfangreicher Vulkanismus die ältere Oberfläche, sodass auch alle größeren Krater aus der Frühgeschichte der Venus verschwanden.

Das Venus-Innere

Das Innere der Venus ist wahrscheinlich dem Erdinneren sehr ähnlich: ein Eisenkern von ca. 6000 km Durchmesser und einem geschmolzenen Felsmantel, der einen Großteil des Planeten umfaßt. Neuere Ergebnisse der Gravitationsdaten von Magellan zeigen, daß die Kruste der Venus stärker ist als bisher angenommen. Wie auf der Erde verursacht Konvektion innerhalb des Mantels Spannungen an der Oberfläche, die sich in vielen relativ kleinen Gegenden abbauen, im Gegensatz zu den Häufungen an den Grenzen der Kontinentalplatten, wie sich es im Fall Erde verhält.

Venustransit

Von einem “Venustransit“, im deutschen “Venusdurchgang” (transit stammt von lateinisch “transire” = vorbeigehen), spricht man, wenn der Planet Venus von der Erde aus gesehen sozusagen über die Sonnenscheibe wandert.

Dieses astronomische Ereignis tritt nur extrem selten auf, jedoch in regelmäßigen Abständen von 8, dann 105,5, anschließend wieder 8, danach 121.5 Jahren usw. – eine totale Mond- oder Sonnenfinsternis tritt dagegen alle 17 bzw. 18 Monate auf.

Der Planet Venus kreist innerhalb der Erdbahn um die Sonne. Es vergehen jeweils 584 Tage, bis Venus wieder zwischen Sonne und Erde hindurchzieht. Bei dieser sogenannten “Unteren Konjunktion” befindet der Planet sich meistens unter- oder oberhalb der Sonne. Nur wenn Venus sich in unterer Konjunktion sehr nahe oder genau auf einem der beiden Schnittpunkte ihrer Bahn mit der Erdbahnebene befindet, kommt es zu einem Venustransit. Auch eine Sonnen- oder Mondfinsternis tritt nur dann auf, wenn der Neu- bzw. Vollmond nahe an den Bahnknoten steht.

Am 8. Juni 2004 wanderte Venus direkt zwischen Sonne und Erde hindurch. Dabei war sie wie ein kleiner Fleck auf der Sonnenscheibe zu sehen. Davor trat das Ereignis zuletzt im Jahr 1882 ein. Für unsere Generation besteht die einzige weitere Chance, einen Venustransit zu beobachten, am 06. Juni 2012. Danach muss man bis 2117 bis zum darauffolgenden Eintritt warten. Obwohl es nicht mehr die wissenschaftliche Bedeutung hat, die dieses Ereignis einmal hatte, wird es dennoch wieder ein Anlass für eine wahre “Astronomen-Völkerwanderung” sein.

Weiterführende Links


Quellen:

 

http://www.neunplaneten.de am 20.02.2011

http://www.venustransit.de am 20.02.2011

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